Publikationen des ADAWIS



Das inhaltliche Verständnis in fremdsprachigen Seminaren ist eingeschränkt.

Verständnis in englischsprachigen Seminaren 11

Um das inhaltliche Verständnis in deutsch- und englischsprachigen Seminaren mit ausschließlich deutschsprachigen Teilnehmern abzuschätzen, hat ADAWIS die Zahl der Diskussionsbeiträge in jeweils 7 Seminaren, die in deutscher bzw. englischer Sprache stattfanden, ausgewertet. Die Zahl der Teilnehmer betrug im Durchschnitt 44,3. Es handelte sich im Wesentlichen stets um dasselbe (deutschsprachige) Auditorium, bestehend aus etablierten Wissenschaftlern mit sehr guten Englischkenntnissen, sowie um dieselbe Thematik. In jedem Seminar wurde die Zahl der Wortmeldungen durch die Zahl der Teilnehmer dividiert. Der Mittelwert dieser Quotienten lag bei 0,457 für deutschsprachige Seminare (s = 0,227; n = 7) und bei 0,073 für englischsprachige Veranstaltungen (s = 0,036; n = 7). Der Unterschied ist signifikant mit p < 0,0005 (t-Test für unverbundene Stichproben).
Obwohl es sich hier nicht um eine systematische empirische Studie handelt, deckt sich das Ergebnis mit Untersuchungen aus Skandinavien, die gezeigt haben, dass in englischsprachigen Vorlesungen das inhaltliche Niveau sinkt.



„Die Sprache von Forschung und Lehre: Welche - Wo, für Wen?" Dokumentation der ADAWIS-Veranstaltung vom 29. 1. 2013

Die Broschüre „Die Sprache von Forschung und Lehre: Welche - Wo, für Wen?" enthält die Dokumentation der Podiumsdiskussion, die der ADAWIS zusammen mit der Freien Universität am 29. 1. 2013 in Berlin veranstaltete. Das Buch bietet eine Momentaufnahme dieses wissenschafts- und bildungspolitisch hochrangigen Themas. In der wörtlich dokumentierten Podiumsdiskussion präzisieren Natur- und Geisteswissenschaftler ihre z. T. sehr unterschiedlichen, erfahrungsgeprägten Blickwinkel. Beiträge aus dem Publikum spitzen strittige Fragen weiter zu. Die vertiefenden weiterführenden Texte von Klaus-Dieter Lehmann (Präsident des Goethe-Instituts), Peter Eisenberg (Professor für deutsche Sprache) und Ralph Mocikat (Professor für Immunologie) begründen, warum den Empfehlungen der HRK und des DAAD zur Sicherung der Wissenschaftssprache Deutsch und multilingualer Lehrangebote jetzt endlich Taten folgen müssen.

Das Buch hat 87 Seiten und kann gegen eine Schutzgebühr von 5,- € über den Buchhandel oder bei info@adawis.de bestellt werden (ISBN 978-3-00-043755-7).



R. Mocikat: „Die Sprachenfrage in den Naturwissenschaften"

Dieser Text entstand auf der Grundlage der Podiumsdiskussion „Die Sprachenfrage in den Wissenschaften: Nationalsprache versus lingua franca". Diese fand anlässlich des von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG) veranstalteten Österreichischen Wissenschaftstages 2012 statt (Semmering, 25. – 27. 10. 2012). Teilnehmer waren: I. Hijiya-Kirschnereit, R. Mocikat, B. Seidlhofer, W. Thielmann und (als Moderator) H. Goebl.

Der Artikel erschien in: Wissenschaft – Bildung – Politik, Band 16, Kommunikation – Objekt und Agens von Wissenschaft. Herausgegeben von der Österreichischen Forschungsgemeinschaft. Böhlau Wien, Köln, Weimar, 2013

icon zum Artikel „Die Sprachenfrage in den Naturwissenschaften" ( Dateityp pdf 113.8 KB)




R. Mocikat: Fertigwissen in der Einheitssprache. Was hat die „Bologna-Reform" mit Wissenschaftssprache zu tun? Forschung und Lehre Nr. 9 (2010)

Ein Aspekt des „Bologna-Prozesses" ist bisher nur wenig beachtet worden, nämlich der Aspekt der Wissenschaftssprache. Mit der Erschütterung des Selbstverständnisses von akademischer Bildung und der Abschaffung des Deutschen als Sprache von Forschung und Lehre im Inland folgen die Verantwortlichen einer inneren Logik, die sie selbst wohl kaum bedacht haben.

icon zum Aufsatz „Fertigwissen in der Einheitssprache" ( Dateityp pdf 160.09 KB)




Dietrich Voslamber: „Wissenschaft auf Deutsch - wie lange noch?"

Dietrich Voslamber ist theoretischer Physiker und Gründungsmitglied des ADAWIS. In diesem Artikel, den das Portal „Pro-Physik" sowie die Zeitschrift „Physik-Journal" veröffentlicht haben, zeigt der Verfasser die Konsequenzen auf, die sich aus der Verdrängung des Deutschen aus dem Wissenschaftsalltag in der Physik ergeben. Langfristig bedeutet das nämlich den Verlust der Wissenschaftstauglichkeit unserer Landessprache.

icon zum Artikel „Wissenschaft auf Deutsch - wie lange noch?"




R. Mocikat und H.H. Dieter: Eine Universalsprache für die Naturwissenschaften? Ein kritischer Zwischenruf. Aviso Nr. 2 (2011), S. 26 - 31

„Aviso", die Zeitschrift des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, widmet das Heft 2/2011 dem Schwerpunktthema „Sprache". In einem Beitrag zu dieser Ausgabe erklären R. Mocikat und H.H. Dieter, warum auch in den Naturwissenschaften die Einengung auf ein Einheitsidiom problematisch ist.

icon zum Aufsatz „Eine Universalsprache für die Naturwissenschaften?" ( Dateityp pdf 978.42 KB)

icon zu den Seiten der Zeitschrift „Aviso"




R. Mocikat: Qualitätsbewertung in den Naturwissenschaften mithilfe quantitativer Parameter: Ein Paradox? Denkströme Nr. 5 (2010), S. 90 - 102

In diesem Artikel, den die Sächsische Akademie der Wissenschaften in ihrem Journal „Denkströme" veröffentlichte, werden die Verwerfungen aufgezeigt, welche entstehen können, wenn man die Qualität wissenschaftlicher Arbeit mithilfe quantitativer Kenngrößen abzubilden versucht. Es gibt mehrere Parameter, die in der Wissenschaftsevaluation quantitativ gemessen werden - in der Absicht, die Effizienz der Forschung zu steigern. In diesem Artikel werden die Kriterien der Verwertbarkeit, der Rezeption sowie der Internationalität als Parameter einer Qualitätsbewertung diskutiert.

icon zum Aufsatz „Qualitätsbewertung in den Naturwissenschaften mithilfe quantitativer Parameter: Ein Paradox?"




Bernd F.W. Springer: „Sprache - Erkenntnis - Wirklichkeit. Ein Plädoyer für Deutsch als Wissenschaftssprache"

In einem Vortrag auf dem DAAD-Seminar „Deutsch - Sprache der Ideen", das im Juli 2010 in Berlin stattfand, zeigt der Autor, B.F.W. Springer von der Universitat Autònoma de Barcelona, dass Wirklichkeit, Sprache und Denken in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis und nicht in einem einfachen Abbildungsverhältnis stehen. Anhand zahlreicher konkreter Beispiele führt er vor Augen, welche Bedeutung die in verschiedenen Sprachen unterschiedliche historisch-kulturelle Aufladung von Wörtern hat und dass man nicht in allen Sprachen alles gleich denken kann. Die Schlussfolgerung lautet: Uniformität der Wissenschaftssprache bedeutet Uniformität des wissenschaftlichen Denkens und beinhaltet die Gefahr der Ideologisierung. Hier finden Sie eine gekürzte, schriftliche Version des Vortrags.

icon zum Vortrag „Sprache - Erkenntnis - Wirklichkeit" ( Dateityp pdf 46.95 KB)



R. Mocikat: Anmerkungen zum so genannten bilingualen Schulunterricht. Bund Freiheit der Wissenschaft 2010

Immer mehr Schulen bieten den Sachfachunterricht, also in Biologie, Chemie, Physik, Mathematik, Geographie, Geschichte oder Politik und sogar auch in Religionslehre als so genannten „bilingualen“ Unterricht an. Für diejenigen Schüler, welche sich für diesen Zweig entscheiden, wird jedoch der gesamte Unterricht in dem betreffenden Fach monolingual in der Fremdsprache stattfinden; insofern ist die Bezeichnung „bilingual“ in höchstem Maße irreführend.
Der Aufsatz basiert auf einem Vortrag des Autors anlässlich des „Wartburggesprächs zur Bildungspolitik" der Konrad-Adenauer-Stiftung am 21. 11. 2009 in Eisenach und erschien in der Internet-Zeitschrift des Bundes Freiheit der Wissenschaft im Januar 2010.

icon Anmerkungen zum so genannten bilingualen Schulunterricht



R. Mocikat: Die Diktatur der Zitatenindizes - Folgen für die Wissenskultur. GAIA 18/2 (2009) 100-103

In der Forschungsevaluation versucht man, anhand bibliometrischer Maßzahlen die Leistung von Wissenschaftlern sowie von ganzen Forschungseinrichtungen zu quantifizieren. Vorrangig bedient man sich dabei des so genannten Impaktfaktors, der für wissenschaftliche Zeitschriften auf der Grundlage ihrer Zitierhäufigkeit definiert wird. Zweifel an der Validität des Impaktfaktors, also an der Frage, ob er tatsächlich den Parameter misst, den er zu messen vorgibt, sind jedoch angebracht. Die Anwendung von Zitatenindices hat erhebliche Folgen für die Publikations- und Wissenskultur. Der Impaktfaktor ist nämlich eine Messgröße, die Rückwirkungen auf den Parameter ausübt, der gemessen werden soll. Weitreichende Transformationen, welche nicht nur die Publikationssprache und die Struktur der Zeitschriften, sondern sogar Forschungsinhalte betreffen, sind die Folge. Beispielsweise besteht die Gefahr einer zunehmenden Konformität der Forschungsparadigmata und einer Benachteiligung gerade der anwendungsbezogenen Disziplinen. Daher sollte der kumulative Impaktfaktor, den ein Forscher oder eine Forschungseinrichtung erzielt, nicht mehr als Kriterium für Habilitationen, Berufungen oder Mittelzuweisungen herangezogen werden.

icon Die Diktatur der Zitatenindizes: Folgen für die Wissenskultur ( Dateityp pdf 446.74 KB)



R. Mocikat: Sprache als heuristisches Werkzeug im naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozess. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 74 (2008) 65-74

Die Sprache in den Naturwissenschaften ist nicht nur ein Medium zur Mitteilung des als gesichert geltenden Wissens, sondern auch und vor allem ein Werkzeug zur Erkenntnisfindung. Man muss daher unterscheiden zwischen der Sprache, die dem affirmativen Denken zugehörig ist, und jener Sprache, die dem kreativen Denken zuzurechnen ist. Ohne Sprache als Instrument der Erkenntnis wäre Wissenschaft gar nicht möglich. Auch naturwissenschaftliche Erkenntnis bedarf der Mehrsprachigkeit. Trotzdem wurde in der letzten Zeit – insbesondere im deutschen Sprachraum – dem Englischen der Status einer wissenschaftlichen Einheitssprache zugesprochen. Die Folgen dieser Entwicklung werden diskutiert.

icon zu den Osnabrücker Beiträgen zur Sprachtheorie ( Dateityp pdf 45.33 KB)



H.H. Dieter: Erkennen von Werten statt wertfreier Erkenntnis. Vortrag anlässlich der 2. Jahrestagung der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft in Köthen am 21. 6. 2008

Sehen heißt nicht nur Zählen, Messen, Sequenzieren. Das Gesehene und Geschehene muss auch muttersprachlich erzählbar und vielsprachig disputierbar bleiben. Die Muttersprache besitzt deshalb nicht nur in den Geisteswissenschaften kognitive Relevanz. Sie ist auch konstitutiv für die Möglichkeit empirischer Erkenntnis. Nur in ihren intuitiv erlernten Metaphern reden wir über Natur in Gestalten, die uns das Erkannte nicht wertfrei, sondern wertvoll erkennen lassen. Naturbewahrung und Sprachenvielfalt bedingen sich deshalb gegenseitig.

icon H.H. Dieter: Erkennen von Werten statt wertfreier Erkenntnis ( Dateityp pdf 195.13 KB)



R. Mocikat: Die Anglisierung der Wissenschaftssprache am Beispiel der Biomedizin - Eine kritische Stellungnahme

Dieser Artikel von R. Mocikat wurde für die Expertentagung der Deutschen Welle und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung „Braucht Deutschland eine bewusstere, kohäsive Sprachenpolitik?" (Bonn, 27. - 29. 9. 2006) geschrieben und erschien als Kurzfassung in Forschung und Lehre: „Ein Plädoyer für die Vielfalt. Die Wissenschaftssprache am Beispiel der Biomedizin". Forschung und Lehre (2007) 14, S. 90-92.
In einer umfangreichen Analyse zeigt der Autor, wie weit die Verdrängung der Landessprache in der naturwissenschaftlichen Forschung und Lehre selbst im internen Wissenschaftsbetrieb bereits vorangeschritten ist und welche epistemologischen, kultur- und wissenschaftspolitischen sowie gesellschaftlichen Folgen dies hat.

icon R. Mocikat: Die Anglisierung der Wissenschaftssprache am Beispiel der Biomedizin - Eine kritische Stellungnahme ( Dateityp pdf 66.36 KB)

icon zum Diskussionspapier der Expertentagung „Braucht Deutschland eine bewusstere, kohäsive Sprachenpolitik?"



D. Voslamber: Wissenschaftssprache am Scheideweg - Die Sprachenproblematik aus der Sicht eines Physikers. Vortrag anlässlich der Tagung des Netzwerkes Deutsche Sprache in Klosterneuburg, 19. - 20. 9. 2003

Voslamber stellt fest, dass die Mehrheit der Naturwissenschaftler die zunehmende Anglisierung aller Wissenschaftsbereiche mehr oder weniger gleichgültig zur Kenntnis nimmt, während eine sprachsensible Minderheit sie mit Sorge betrachtet. Für den Autor ergibt sich daraus die Frage, welche der Auswirkungen dieser Entwicklung als unabwendbar betrachtet werden müssen und welche zumindest theoretisch, d. h. mit Unterstützung der maßgeblichen Entscheidungsträger in Politik und Wissenschaft, vermieden werden könnten.

icon D. Voslamber: Die Sprachenproblematik aus der Sicht eines Physikers ( Dateityp pdf 263.88 KB)



H.H. Dieter: Wozu braucht Deutschland weiterhin Deutsch als Wissenschaftssprache? Der Tagesspiegel 14. 2. 2002

Weltweit hat sich ein einfaches Englisch als internationale Geschäftssprache der Naturwissenschaften durchgesetzt. Als Medium der (Selbst)verständigung im eigenen kulturellen Umfeld und Kreativprozess taugt es dagegen nicht.

icon H.H. Dieter: Wozu braucht Deutschland weiterhin Deutsch als Wissenschaftssprache? ( Dateityp pdf 106.23 KB)



K. Ehlich: Deutsch als Wissenschaftssprache für das 21. Jahrhundert. gfl-Journal 2000

In diesem Artikel, der in der Zeitschrift „German as a Foreign Language" erschien, zeigt der Autor, dass der Sprache eine eigenständige gnoseologische Funktion bei der Wissensgewinnung zukommt. Die einzelnen Wissenschaftssprachen machen spezifischen und jeweils anderen Gebrauch von ihren alltagssprachlichen Ressourcen. Die nationalsprachliche Verfasstheit von Wissenschaft ermöglicht Durchlässigkeit und allgemeine Zugänglichkeit des gesellschaftlichen Wissens - was für demokratische Entscheidungen über Wissenschaft und Wissenschaftssfolgen unabdingbar ist. Die Hegemonie einer einzigen Sprache würde die weitere Entwicklung der einzelnen Hochsprachen als für alle kommunikativen Bereiche hinreichender Kommunikationsmedien bedrohen. Der Autor ruft dazu auf, den sprachpolitischen Entscheidungscharakter der gegenwärtigen wissenschaftssprachlichen Situation zu erkennen und die Entscheidung für oder gegen die weitere Nutzung einzelner Nationalsprachen wie des Deutschen für die Wissenschaft von einer neuen, reflektierten Einschätzung von Kosten und Nutzen abhängig zu machen.

icon Deutsch als Wissenschaftssprache für das 21. Jahrhundert



H.H. Dieter: Ökologisch Denken und Sprechen. Sprachreport des Instituts für Deutsche Sprache 4 (1994) 9-12

Hermann H. Dieter, stellvertretender Vorsitzender des ADAWIS e.V., fordert in diesem Text insbesondere die Ökologen unter den Naturwissenschaftlern dazu auf, auch mit ihrer deutschen Sprache ökologisch umzugehen.
Im Zweifelsfall gilt: Von zwei möglichen Wörtern wähle das schlichtere!

icon H.H. Dieter: Ökologisch Denken und Sprechen ( Dateityp pdf 174.07 KB)